25. März 2026
Polit-Apéro mit Magdalena Martullo-Blocher
THEMA: SOUVERÄNITÄT ODER EU-ANBINDUNG – WIE VIEL SCHWEIZ BLEIBT UNS?
Über 100 Frauen – und einige wenige Männer – folgten unserer Einladung zu einem hochaktuellen Thema: „Souveränität oder EU-Anbindung – wie viel Schweiz bleibt uns?“ im Lake Side in Zürich. Mit Magdalena Martullo-Blocher durften wir eine Referentin begrüssen, die Wirtschaft und Politik aus erster Hand kennt. Klar, fundiert und mit einer Prise Humor legte sie dar, weshalb sie eine dynamische Übernahme von EU-Recht als Risiko für die Schweizer Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit beurteilt. Besonders wertvoll: die engagierte Diskussion im Anschluss. Es wurde gefragt, hinterfragt und weitergedacht – genau dafür stehen unsere Polit-Apéros.
WORT ZUM ABEND
Rückblick
Liebe Damen und Herren, liebe Urbane Frauen Schweiz
Es war mir eine grosse Freude, am Mittwoch, 25. März, über 100 Frauen – und ausnahmsweise auch einige Männer – zu unserem exklusiven Polit-Apéro in Zürich begrüssen zu dürfen. Besonders beeindruckend war, dass viele engagierte Teilnehmerinnen auch längere Anreisen auf sich genommen haben, um sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, das für die Zukunft unseres Landes von zentraler Bedeutung ist:
„Souveränität oder EU-Anbindung – Rahmenabkommen 2.0: Wie viel Schweiz bleibt uns?“
Für diesen hochaktuellen Themenkomplex durften wir mit Magdalena Martullo-Blocher eine Referentin begrüssen, die Wirtschaft und Politik aus erster Hand kennt.
Seit über 20 Jahren führt sie als Eigentümerin und CEO die EMS-CHEMIE. Unter ihrer Leitung wurde das operative Ergebnis verdreifacht und der Aktienwert verfünffacht. Das Unternehmen erzielt heute einen Umsatz von rund zwei Milliarden Franken und beschäftigt über 2’800 Mitarbeitende an 25 Produktionsstandorten in 16 Ländern. Als grösster Arbeitgeber, bedeutender Lehrlingsausbildner und wichtiger Steuerzahler in Graubünden kommt EMS-CHEMIE eine zentrale Rolle zu. Die in der Schweiz entwickelten Spezialkunststoffe werden zu 96 % im Ausland eingesetzt – unter anderem in der Automobilindustrie, der Elektronikbranche sowie in zahlreichen Konsumgütern.
Darüber hinaus präsidiert Frau Martullo-Blocher den Wirtschaftsausschuss des Schweizer Verbands für Pharma, Chemie und Biotech und ist Vorstandsmitglied bei economiesuisse. Seit 2015 vertritt sie die SVP Graubünden im Nationalrat und ist als Vizepräsidentin der SVP Schweiz für Wirtschafts- und Aussenpolitik verantwortlich. Als Unternehmerin mit internationaler Erfahrung und aktive Parlamentarierin bringt sie eine fundierte und klare Perspektive in die Diskussion über die Beziehungen der Schweiz zur Europäischen Union ein.
Die Erwartungen an den Abend waren hoch. Als Tochter von Christoph Blocher, einer der prägendsten und zugleich umstrittensten Figuren der Schweizer Politik, gilt auch Magdalena Martullo-Blocher als Persönlichkeit mit klaren Positionen und direkter Ausdrucksweise. Umso erfreulicher war es, dass sie neben ihrer grossen Sachkenntnis auch mit Humor, Schlagfertigkeit und einer erfrischenden Leichtigkeit überzeugte. Bereits zu Beginn lockerte sie die Stimmung, indem sie augenzwinkernd erwähnte, ihre Garderobe sorgfältig gewählt zu haben, um mit den eleganten Damen im Publikum mithalten zu können.
Inhaltlich sprach sie mit Klarheit und Nachdruck. Unmissverständlich legte sie dar, weshalb eine Übernahme von EU-Recht aus ihrer Sicht einen Verlust an Kontrolle über die eigenen Regeln bedeuten würde – und somit einen erheblichen Eingriff in die Souveränität der Schweiz darstelle.
Sie betonte, dass die direkte Demokratie sowie die eigenständige Gesetzgebung zentrale Erfolgsfaktoren unseres Landes seien. Diese hätten es der Schweiz ermöglicht, flexibel auf globale Entwicklungen zu reagieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Entsprechend kritisch beurteilte sie den institutionellen Rahmenvertrag mit der Europäischen Union. Insbesondere die dynamische Übernahme von EU-Recht sieht sie als problematisch, da sie die nationale Entscheidungsfreiheit deutlich einschränken würde. Auch der Einfluss europäischer Institutionen – namentlich des Europäischen Gerichtshofs – wird von ihr als Eingriff in die staatliche Souveränität gewertet.
Aus wirtschaftlicher Sicht warnte sie zudem vor einer schleichenden Anpassung an EU-Regulierungen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen beeinträchtigen könnte. Zusätzliche Vorschriften und eingeschränkte Handlungsspielräume würden insbesondere exportorientierte Branchen und den Arbeitsmarkt belasten.
Insgesamt ergibt sich aus ihrer Analyse eine klare Ablehnung des Vertrags: Aus ihrer Sicht überwiegen die Risiken eines Souveränitätsverlusts und wirtschaftlicher Nachteile gegenüber den potenziellen Vorteilen einer engeren Anbindung an die Europäische Union deutlich.
Auch die anschliessende Fragerunde zeigte das grosse Interesse am Thema. Die Teilnehmerinnen – und auch ein junger Mann – diskutierten engagiert und offen mit der Referentin. Selbst nach dem offiziellen Teil nahm sich Magdalena Martullo-Blocher trotz ihres dichten Terminkalenders Zeit, im Foyer des Lake Side weitere Fragen zu beantworten und persönliche Gespräche zu führen.
Ich bin überzeugt, im Namen aller Vorstandsmitglieder und Gäste zu sprechen: Der Abend war lehrreich, inspirierend und äusserst spannend.
Herzlichen Dank, Frau Magdalena Martullo-Blocher!
UNTERSTÜTZER DES ABENDS
Gönner & Sponsoren
Unsere Events und unser Engagement wären ohne die grossartige Unterstützung unserer Partner, Gönner:innen und Dienstleister nicht möglich.
Wir bedanken uns von Herzen bei folgenden Unternehmen und Persönlichkeiten für ihr Vertrauen, ihre Grosszügigkeit und ihr Bekenntnis zur Förderung unseres Vereins Urbane Frauen – für Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft:
RELAGO, Stuttgart
Immobiliengesellschaft Capitol AG, Luzern
Danke für eure wertvolle Unterstützung und dafür, dass ihr unsere Vision mittragt. Gemeinsam schaffen wir Räume für Begegnung, Austausch und Wirkung. Ein herzliches Dankeschön!

